Schiedsrichterinterview Glaab/Weckenmann

Vom Aufstieg der ersten Frauenmannschaft hat bei der TG jeder gehört. Nur wenige wissen, dass wir noch einen Aufstieg zu vermelden haben: Das Schiedsrichtergespann Glaab/Weckenmann pfeift in der neuen Saison im HVW-B-Kader.

Glaab-Weckenmann_interview

Das erfolgreiche Schiedsrichtergespann der TG Nütringen, Frederic Glaab und Marcus Weckenmann, stellt sich unseren Fragen rund um ihre Schiedsrichter-Tätigkeit.

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Marcus, was heißt es als Schiedsrichter aufzusteigen?

 

Marcus Weckenmann: Letztes Jahr haben wir im sogenannten Jungschiedsrichterprojekt gepfiffen, das junge Schiedsrichtergespanne vom Bezirk an den HVW heranführen soll. Dabei haben wir hauptsächlich in der Männer Bezirksliga und der Frauen Landesliga gepfiffen.

Bei je einem Spiel wurden wir dann in einer höheren Liga (Männer Landesliga und Frauen Württembergliga) durch einen Beobachter vom HVW gecoacht und gesichtet. Aufgrund dieser Leistung hat der HVW schließlich entscheiden, uns ab nächstem Jahr im HVW B-Kader pfeifen zu lassen.
Das heißt, dass wir in der kommenden Saison in der Regel nicht mehr auf Bezirksebene pfeifen, sondern Spiele in der Landesliga der Männer und der Württembergliga der Frauen zugeteilt bekommen. Davor geht es allerdings am ersten Juli-Wochenende zum ersten HVW-Lehrgang mit Lauf- und Regeltest.

 

Wie wird man eigentlich Handball-Schiedsrichter?

 

Marcus Weckenmann: Die Schiedsrichterkarriere beginnt bei uns im Bezirk Esslingen-Teck bei jedem Schiedsrichter gleich: Mit dem sogenannten Neulingskurs. Dabei werden an einem Wochenende alle Regeln, die unser Sport hat, vom Lehrteam besprochen und erklärt. Außerdem gibt es praktische Einheiten, in denen man auf verschiedene Spielsituationen eingeht und die richtige Entscheidung bespricht. Am Ende des Kurses steht der aus 30 Fragen bestehende Regeltest, den es dann zu bestehen gilt. Etwa zwei Wochen später findet dann noch eine praktische Prüfung statt. Bei dieser Prüfung pfeift man in der Regel auf einem Rasenturnier zwei Jugendspiele und wird dabei von einem Beobachter bewertet. Wenn man diese Hürden geschafft hat, ist man ausgebildeter Schiedsrichter und darf seine erste Saison pfeifen. In der Regel pfeift man in der ersten Saison ausschließlich Jugendspiele auf Bezirksebene.
In der zweiten Saison kann man entweder weiterhin alleine pfeifen oder man sucht sich einen Gespannspartner und pfeift zu Zweit. Abhängig von der Leistung der Schiedsrichter bekommt man seine Spiele zugeteilt. Hierbei kann es sein, dass man sowohl Spiele von aktiven Mannschaften, beispielsweise Frauen Kreisliga, aber auch noch Jugendspiele, zum Beispiel A-Jugend-Bezirksliga leiten darf. Je besser ein Gespann ist, desto höherklassigere Spiele bekommt es zu pfeifen.

 

Und wie lange ist dieser Neulingskurs bei euch her? Seid wann pfeift ihr?

 

Frederic Glaab: Mein Neulingskurs war 2005, Marcus hat diesen Kurs 2006 gemacht, da er ein Jahr jünger ist als ich und man den Lehrgang erst mit 16 machen darf. Da jeder von uns zunächst ein Jahr alleine pfeifen musste, haben wir uns im Jahr 2007 zu einem Gespann zusammen gefunden. Seit dem pfeifen wir gemeinsam.

 

Und wie geht es jetzt bei euch weiter: Gibt es regelmäßige Fortbildungen? Wie sieht das System der Schiedsrichter-Förderung überhaupt aus?

 

Frederic Glaab: Die Schiedsrichterförderung wird speziell auch nach dem Jahr des Schiedsrichters, weiter hervorgehoben. Vermehrt wird darauf geachtet, jungen und talentierten Schiedsrichtern die Möglichkeit zu geben, den Spaß an der Tätigkeit nicht zu verlieren. Es sieht nicht gut aus, wenn man die Anzahl der Schiedsrichter im Bezirk betrachtet. Viele Vereine sind weit im Soll und schaffen es nicht, die geforderte Anzahl Schiedsrichter zu stellen. Berechnet wird die geforderte Zahl anhand der gemeldeten Mannschaften. Ziel der Bezirke ist es natürlich alle Spiele durchführen zu können. Leider wird die Belastung des einzelnen Schiedsrichters immer größer. So entscheiden sich viele gegen ein so zeitaufwendiges Hobby. Jeder Schiedsrichter ist verpflichtet einmal im Jahr an einem Lehrgang teilzunehmen. Marcus und ich nehmen seit 4 Jahren am Schiedsrichterworkshop in Bad Urach teil. Im Zuge des Internationalen-Frauenhandball-Turniers hat man die Möglichkeit, hochkarätige Mannschaften zu analysieren. Es ist nicht nur sehr informativ, sondern auch praxisnah zugleich. Generell kann man sagen, mehr als an einer Weiterbildung teilzunehmen, ist durchaus zu empfehlen. Besser wird die Schiedsrichter-Förderung, wenn auch die Spielklassen, in denen man pfeift, professioneller werden. Der HVW schult seine Unparteiischen mindestens zweimal im Jahr. Solch ein Seminar geht dann über ein ganzes Wochenende. Es wird jedoch nicht nur geschult, sondern auch die Leistung der Schiedsrichter abgefragt. Eine erfolgreiche Teilnahme am Fitnesstest und am Regeltest sind die Voraussetzung für jeden Schiedsrichter auf HVW-Ebene.

 

Handball ist ein körperbetonter Sport, bei dem es hin und wieder zur Sache geht. Ist es da anfangs nicht besonders schwierig zwischen einer verbotenen und einer gerade noch erlaubten Aktion zu unterscheiden?


Marcus Weckenmann: Ich glaube, dass diese Entscheidung nicht nur Anfängern sondern auch noch erfahrenen Schiedsrichtern schwer fällt. Da hilft einem über die Zeit nur die Erfahrung. Man bekommt ein Auge dafür, ob ein Spieler regelgerecht bedrängt wurde oder ob es sich um ein Foul handelte. Dabei hilft es einem auch sich seine eigenen Spiele nochmals auf Video anzuschauen und dann ganz bewusst darauf zu achten, wie es aussieht wenn ein Spieler regelgerecht gestoppt wird oder hinfällt oder wenn es sich um eine regelwidrige Aktion handelte.
Eine noch schwierigere Entscheidung ist es meiner Meinung nach dann ob die verbotene Aktion bestraft wird oder nicht. Es gibt viele Grenzfälle wo auch Fredy und ich uns nicht immer einig sind, aber das macht unseren Sport ja so interessant.

 

Gibt es so etwas wie das schwierigste Spiel, das ihr je geleitet habt?

 

Frederic Glaab: Ich würde mal sagen, dass jedes Spiel, das zum Ende hin "eng" wird ein schwieriges Spiel ist. Bei diesen Spielen ist es extrem wichtig, dass wir bis zum Schluss hochkonzentriert sind, da eine einzige Entscheidung den Spielausgang nachhaltig beeinflussen kann. Vor allem zum Ende der Saison hin häufen sich solche Spiele, da sich oft Mannschaften gegen überstehen, die um den Aufstieg oder gegen den Abstieg kämpfen.

 

Besonders bei spielentscheidenden Entscheidungen, einem 7-Meter-Pfiff oder einer Hinausstellung am Ende der Spielzeit, reagieren Spieler oftmals verärgert. Wie geht man damit um, wenn einen die Wut einer ganzen Mannschaft und eventuell auch noch die der Zuschauer trifft?

 

Marcus Weckenmann: Zunächst muss man meiner Meinung nach sagen, dass es keine "spielentscheidende Entscheidungen" gibt. Ein Spiel wird nicht in den letzten 30 Sekunden der zweiten Halbzeit durch eine Hinausstellung entschieden. Die Mannschaften hatten davor 59 Minuten und 30 Sekunden Zeit das Spiel zu gewinnen. Natürlich wird uns als Schiedsrichtern oft gerade bei solchen Entscheidungen die Schuld zugeschoben. Für mich persönlich kommt es dann darauf an, ob ich mit meiner Entscheidung 100%-ig sicher war oder nicht. Zudem ist entscheidend, ob man in dieser Situation als Schiedsrichter in Frage gestellt wird oder ob man von den Zuschauern persönlich beleidigt wird. Gerade bei Beleidigungen hört das Verständnis für die Vereinsbrille auf, den wie schon gesagt die Mannschaft hatte genug Zeit das Spiel zu gewinnen.

 

Die meisten Menschen können nach dem WM-Titel der Herren die Regeln wenigstens ganz grob. Nun gibt es aber in jeder Sportart Passagen in den Regeln, die selbst die größten Fans erstaunen - welche Regel wäre das im Handball?

 

Frederic Glaab: Eine sehr kuriose Regel ist, dass wenn ein Torhüter, bei einem 7-M-Wurf deutliche Zeichen gibt, dass er den Ball nicht halten möchte (beispielsweise lehnt er sich an den Torpfosten), er sich grob unsportlich verhält und wird disqualifiziert. Bewegt der Torhüter beim 7-M-Wurf den Kopf nicht und der Werfer trifft mit seinem Wurf den Kopf des Torhüters, ist das auch grob unsportlich und der Werfer erhält die Rote Karte.

 

Wie sieht so ein durchschnittlicher Schiedsrichter-Tag aus? Bekommt man eine Aufwandsentschädigung, Fahrtgeld, Verpflegung?

 

Frederic Glaab: Typischerweise treffen wir uns bei Marcus oder bei mir Zuhause und fahren dann gemeinsam zum Austragungsort. Meist sind die Spiele Samstagabend um 18.00 Uhr oder 20.00 Uhr bzw. Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr. Je nach Spielklasse variieren die Uhrzeiten. Unter der Woche finden dann gelegentlich Pokalspiele statt. Nach dem Spiel erhalten wir eine Aufwandsentschädigung  vom Heimverein. Auch diese ist abhängig von der Spielklasse. Man beginnt im Bezirk mit 18,- EUR pro Spiel. Pfeift man ein Jugendspiel zu zweit, muss man sich das Geld teilen. Erst bei Aktiven- und A-Jugend-Spielen bekommt jeder Schiedsrichter die volle Entschädigung. Dazu kommt Fahrtgeld für die Hin- und Rückfahrt: Pro Kilometer 32 Cent. Verpflichtend für die Vereine ist, den Schiris ausreichend Sprudel zur Verfügung zu stellen. Die Meisten Vereine verwöhnen uns jedoch mit Apfelsaftschorle und einem Hallenweckle nach dem Spiel.

 

Ihr habt beide vor eurer Schiedsrichterkarriere selbst für die TG gespielt (und tut das immer noch). Was ist für euch anstrengender: Zu spielen oder ein Spiel zu pfeifen?

 

Marcus Weckenmann: Das ist schwer zu sagen. Es kommt ganz darauf an. Nach einem selber gespielten Spiel bin ich körperlich fertig. Wenn ich "nur" gepfiffen habe bin ich hinter her extrem müde. Während beim eigenen Spiel extrem viel von meiner körperlichen Fitness abverlangt wird ist es beim Pfeifen eher für den Kopf anstrengend. Wir müssen während wir ein Spiel leiten 60 Minuten hellwach sein und uns nur auf das Spiel konzentrieren. Das strengt auf Dauer sehr an. Ich persönlich merke das dann vor allem wenn wir auf einem Turnier gepfiffen haben. Bei 6 oder mehr gepfiffen Spielen an einem Tag ist man hinter her sehr müde. Das soll aber nicht heißen, dass Pfeifen nicht auch körperlich anstrengend ist. Vor allem die Sprints nach einem Torerfolg oder das Mitlaufen bei einem Tempogegenstoß gehen nach der Zeit ganz schön in die Knochen. Als Spieler läuft man vielleicht 3-6 Gegenstöße pro Spiel. Ein Schiedsrichter läuft in der Regel jeden mit.

 

Und Fredy bei dir?

 

Frederic Glaab: Ich schließe mich hierbei meinem Partner an: Man ist sehr unterschiedlich gefordert. Wenn man spielt, hat man den Kopf die ganze Zeit frei. Man versucht dann auf der Fläche alles zu geben und powert sich aus. Wenn man ein Spiel leitet, ist der Kopf schon vor der Partie voll mit Gedanken. Die Spielvorbereitung muss kurz durchgesprochen werden. Alles ist von Anfang bis Ende geplant. Und selbst nach dem Spiel kann man sich nicht einfach zurücklehnen. Der Spielberichtsbogen muss noch ordnungsgemäß ausgefüllt werden, alle Verletzungen werden eingetragen. Auch auf der Heimfahrt bespricht man noch einzelne Spielsituationen und versucht etwas aus dem Spiel mitzunehmen. Wenn ich als Spieler die 60 Minuten hinter mich gebracht habe, kann ich mich entspannen. Trotzdem ist es von Vorteil, beide Seiten im Kopf zu haben. Es ist eher ein Vorteil, dieser Doppelbelastung ausgesetzt zu sein. Man weiß als Spieler in etwa, wie der Unparteiische einzuschätzen ist. Als Schiedsrichter dagegen, erhält man eine Portion Fingerspitzengefühl, denn man weiß wie sich einzelne Spieler fühlen, wenn Sie zum Beispiel unzufrieden mit einer unserer Entscheidungen sind. Fingerspitzengefühl ist das, was vielen Schiedsrichtern heutzutage fehlt. Der Handball lebt von seiner Schnelligkeit. Diese mit unnötigen Pfiffen zu unterbrechen ist fehl am Platz.

 

Könnte also auch ein erfahrener Handballspieler ohne große Probleme ein Spiel leiten?

 

Marcus Weckenmann: Wahrscheinlich hätte ein erfahrener Spieler nicht allzu große Probleme ein Spiel über die Bühne zu bringen. Das einzige was ihm eben fehlt ist das Auge und die Erfahrung zum Beispiel um Schritte zu sehen oder zu erkennen ob diese Aktion mit 2-Minuten geahndet wird oder nicht. Hierbei kommt es auch auf die Spielklasse an. Ein Jugendspiel im Bereich der D- oder C- Jugend zu leiten traue ich jedem aktiven Spieler durchaus zu. Bei einem Männerspiel in der Landesliga hab ich, aufgrund der Schnelligkeit und vor allem dem Einfluss der Zuschauer, meine Zweifel.

 

Beim Wort Schiedsrichter denkt die Mehrheit der Sportfans jedoch sofort an Fußball. Was unterscheidet euch deiner Meinung nach von den Fußball-Schiedsrichter?

 

Frederic Glaab: Ich glaube, dass es für einen Handballschiedsrichter schwieriger ist, auf Grund der vielen Regeln die richtige Entscheidung zu treffen. Zudem ist ein Handballspiel deutlich schneller, wodurch von uns in kurzer Zeit mehr Entscheidungen verlangt werden. Ein weiterer Unterschied liegt in der Örtlichkeit: Im Vergleich zu einem Fußballplatz bzw. Stadion ist eine Sporthalle deutlich kleiner, was zur Folge hat, dass wir als Schiedsrichter deutlich näher an den Trainern, den Auswechselbänken und eben auch den Zuschaueren stehen und somit deren Einfluss mehr ausgesetzt sind. Ein großer Unterschied liegt auch in der deutlich höheren Vergütung eines Fußballschiedsrichters. Aber während beim Fußball der Hauptschiedsrichter allein im Zentrum der Aufmerksamkeit aller Beteiligten steht, sind wir als Handballschiedsrichter immerhin zu zweit.

 

Bist Du manchmal neidisch auf die Kollegen vom Fußball, vielleicht, weil sie besser vergütet werden?

 

Marcus Weckenmann: Neidisch ist das falsche Wort, Fußball ist durch sein enormes Medieninteresse allgemein deutlich besser bezahlt als Handball. Ein Fußballschiedsrichter bekommt pro Spiel in der 1. Bundesliga 3600 € Aufwandsentschädigung. Bei einem Handballschiedsrichter in der HBL sind es 500 €. Natürlich würde ich mich nicht beschweren wenn unsere Aufwandsentschädigung an die der Kollegen vom Fußball angepasst werden würde. Wenn man sich jedoch erinnert, dass es immer wieder vorkommt, dass Fußballschiedsrichter von Fangruppen angegriffen werden oder deren Familien bedroht werden, bin ich mit meiner Entschädigung ganz zufrieden.

 

Schiedsrichter zu sein gehört zu den sportlichen Ehrenämtern - wie stehst du generell zum Ehrenamt?

 

Frederic Glaab: Ich würde sagen, dass es den Handball ohne Ehrenamt schon lange nicht mehr geben würde. Wie viele Mütter und Väter opfern ihre Zeit, während sie ihre Abende in Hallen verbringen. Ganze Wochenenden begleiten sie ihre Kinder zu deren Spielen, als Betreuer auf der Bank oder verkaufen „Hallenweckle“. Dafür sehen die meisten keinen Cent. Auch Marcus und ich haben als Trainer bereits Jugendliche an den Handball herangeführt, haben nebenher aktiv gespielt und gepfiffen. Die Dreifachbelastung haben wir dann nach 2 Jahren aufgegeben. Es wurde dann irgendwann zu viel. Eine super Hilfe wäre es auch hier, wenn sich mehr Leute am Ehrenamt beteiligen würden. Fast immer heißt es: „Machsch du‘s Training am Dienstag? Bisch ja eh da!“ Die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen bedeutet ein wahnsinniger Multiplikator.

 

Apropos Ehrenamt, Marcus, du hast dieses Jahr das Amt des Schiedsrichterwarts übernommen. Was sind deine Ziele und Erwartungen, die du an dieses Amt hast?

 

Marcus Weckenmann: Eines meiner Hauptziele ist die Förderung von unserem Nachwuchs. Ein viel zu großer Anteil der jungen Schiedsrichter die jedes Jahr den Neulingskurs machen, pfeifen nur eine Saison und hängen dann ihre Pfeife an den Nagel. Da gilt es entgegen zu steuern. Wir versuchen dieses Jahr unsere Neulinge gezielt in vereinsinternen Schulungen zu fördern und ihnen bei jedem Spiel, das von ihnen geleitet wird, einen erfahrenen Schiedsrichter an die Seite zu stellen. Außerdem sollte das Ansehen von Schiedsrichtern innerhalb des Vereines etwas gefördert werden. Schiedsrichter stellen allgemein im Handball immer eher eine Randfigur da, außer sie machen Fehler, dann sind sie Schuld an dem verlorenen Spiel und stehen im Mittelpunkt. Schiedsrichter sind auch nur Menschen und machen selbstverständlich auch Fehler. Wenn ich als Schiedsrichter einen falschen Pfiff setzte ist die Auswirkung genau so hoch wie wenn ein Spieler einen Tempogegenstoß verwirft. Der Spieler wird durchs Publikum aufgebaut, der Schiedsrichter wird als "blinder Idiot" bezeichnet. Wenn ein Spieler trifft jubelt das ganze Publikum, wenn ein Schiedsrichter einen guten Pfiff setzt wird das von ihm erwartet und als selbstverständlich angesehen. Hier sollte ein Umdenken stattfinden. Mit dem Jahr des Schiedsrichters 2010 hat dieses Umdenken begonnen, aber es ist noch ein weiter Weg, dass ein Schiedsrichter als Teil des Spiels angesehen wird und nicht als Feind der Mannschaften.

 

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und danke euch für eure Zeit. Für eure nächste Saison auf HVW-Ebene wünsche ich euch viel Spaß und stets „Guten Pfiff“.

 

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