Chronik Frauen

Frauenhandball in Nürtingen

Erstmals wurde bei der TGN im Jahre 1937 Frauen-Handball gespielt, aber bald wieder aufgegeben. Erst im Jahre 1970, auf Initiative von Sportlehrer Rolf Dehringer, wurde die Sportart wieder aufgenommen. Damals war das TG-Team mit der Schulmannschaft des Max-Planck-Gymnasiums identisch. Gleich bei der ersten Teilnahme am offiziellen Spielbetrieb holten sich die Mädchen den Kreismeistertitel. Daraufhin spielten die TG-Frauen 1972 und 1973 in der Bezirksliga, aus der sie dann aber wieder abstiegen. Bis 1976 gewannen die Frauen mehrere Kreismeisterschaften in der Halle und auf dem Kleinfeld im Freien. Dreimal errangen die TGlerinnen den Kreispokal.

1977 übernahm Wilfried Günther die Geschicke der Mannschaft und leitete den Aufschwung im Nürtinger Frauenhandball ein. Innerhalb von zwei Jahren führte er das Team über die Bezirksliga in die Württembergische Oberliga. Nach drei Jahren Oberliga-Luft hieß es wieder Abschied nehmen in Richtung Bezirksliga. Die Platzierung in der Saison 82/83 reichte dann aber dem Nürtinger Frauenteam, um in der neu gegründeten Landesliga spielberechtigt zu sein. Dort war die Mannschaft bis 1988 mit wechselndem Erfolg angesiedelt.

Nachdem es in der Runde 87/88 gerade noch zum Klassenerhalt gereicht hatte, gab Wilfried Günther nach über zehnjähriger Amtszeit das Steuer an Joachim Glaab weiter. Nach einjähriger Anpassungszeit hatten die jungen Talente der TG in diesem Jahr richtig Fuß gefasst, und so schaffte Glaab auf Anhieb den Aufstieg in die Verbandsliga. Berufsbedingt musste er allerdings seine Trainertätigkeit einstellen und gab die Mannschaft im ersten Verbandsligajahr an Rolf Reutter ab, der mit der personell geschwächten Truppe gerade noch den Abstieg verhindern konnte. In der Saison 1990/91 begann die überaus erfolgreiche, 14-jähige Ära Rolf Gaber. Er führte die Mannschaft im ersten Jahr in das obere Tabellendrittel.

Die Krönung schafften die TG-Werferinnen mit ihrem Coach in der Saison 1996/97. Dank einer starken Rückrunde reichte es am Ende zu einem zweiten Platz, der zu den Relegationsspielen um den Oberliga-Aufstieg berechtigte. Im Modus „Best-of-three“ behaupteten sich die Nürtingerinnen gegen den TV Altbach und feierten endlich den Aufstieg in die höchste württembergische Spielklasse.

Die erste Spielzeit im württembergischen Oberhaus stand ganz im Zeichen des Klassenerhalts. Glücklicherweise blieb das TG-Team diesmal vom Verletzungspech verschont, kam somit nie in Bedrängnis und belegte am Ende als bester Vertreter des Bezirks Esslingen-Teck den sechsten Platz. Ein Jahr später wurde man Dritter. In der Saison 1999/2000 erreichten die TGlerinnen den zweiten Platz, der zum Aufstieg in die neu gegründete Baden-Württemberg-Oberliga berechtigte.

Den bis dahin größten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte feierte die erste Frauenmannschaft der TGN in der Saison 2000/2001. Sie erreichte den dritten Platz in ihrem ersten Jahr in der Baden-Württemberg-Oberliga und schaffte den Aufstieg in die Regionalliga, der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Dort etablierte sich die Mannschaft mit Trainer Gaber. Die Mannschaft wurde in den Folgejahren verjüngt. Die Saison 2005/2006 endete nicht nur mit dem Abstieg in die Baden-Württemberg Oberliga, sondern bedeutete auch das Ende der Ära Gaber.

Ein Nachfolger wurde in Braco Vujinovic gefunden, doch schnell zeichnete sich ab, dass die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft nicht stimmte. So wurde er bereits in der Vorrunde durch Interimscoach Dieter Strobl abgelöst, der den Klassenverbleib sichern konnte. In der darauffolgenden Saison, im Sommer 2006, übernahm Markus Ilitsch, ehe zum Jahreswechsel 2009 ein bekanntes Gesicht, die Geschicke übernahm: Wilfried Günther, dessen Tochter zwischenzeitlich dem TG-Team angehörte, führte von da an die „Neckartweets“ auf die vorderen Tabellenplätze der BW-Oberliga zurück und sicherte zu Saisonende Platz 3, der in der Saison 2009/2010 wiederholt werden konnte. Im dritten Anlauf schließlich gelang es endlich, einen Aufstiegsplatz zu belegen. Eine grandiose Saison wurde sogar mit dem Meisterwimpel gekrönt und so kehrt die erste Frauenmannschaft 2011/2012 in die Dritte Liga zurück - zehn Jahre nach dem ersten Aufstieg in die Regionalliga.

Im ersten Jahr in der 3. Liga belegten die Damen sogleich einen zufriedenstellenden 5. Platz, mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf den Tabellendritten. 2012/2013 übernahm Markus Stotz das Traineramt, das jedoch schon bald Co-Trainer Stefan Eidt übernahm. Der Diplom-Sportwissenschaftler, selbst ehemals TG-Spieler, führte die Mannschaft weiterhin in der Erfolgsspur: Im vierten Jahr der Drittliga-Zugehörigkeit schrieb das Team erneut Vereinsgeschichte und schaffte Ende der Saison 2014/2015 den Sprung in die 2. Bundesliga.

Dort sicherten sie sich in ihrer ersten Spielzeit als Tabellenelfter souverän den Klassenverbleib. Überragende Akteurin war dabei Verena Breidert, die von Spielerinnen und Trainern der 2. Bundesliga zur Spielerin der Saison gewählt wurde und war mit 294 Treffer mit Abstand die beste Werferin der Spielklasse. Auch im zweiten Jahr der Zweitligazugehörigkeit wurde sie Torschützenkönigin und mit ihrem Team grandioser Tabellendritter.

 

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